Erinnerungen: Schlachtzüge in guten, alten Tagen…
8. Nov 2010 | Gepostet von Maria Melhorn in Allgemein, OMFG!, SonstigesNov 8
Gewaltige Drachen, heiße Feuerfürsten, tanzende Trolle und sabbernde Schlangen: Besuchen Sie mit uns längst vergessene Orte und tauchen Sie ein in die Welt der Klassik-Schlachtzüge.
von Maria Melhorn
Am 09.November 2004 konnten europäische Spieler der »World of Warcraft-Beta« zum ersten Mal »Schlachtzugs-Luft« schnuppern. Der Schlachtzugs-Boss »Onyxia« und die 40-Mann-Herausforderung »Der geschmolzene Kern« öffneten auf den Beta-Servern ihre Pforten. Am 11.Februar 2005 startete für alle anderen begeisterten Fans das offizielle Spiel. Tausende Spieler stürzten sich auf ein und dieselben Gegner und Aufgaben, um schnell die 60 Stufen zu erklimmen und das sogenannte »End-Game« zu genießen. Mit blitzender Rüstung und großen Augen stürmten Gruppen aus 40 Spielern die Höhlen der gewaltigen Monster und wurden vorerst auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Ein Schlachtzug erfordert Organisation, Taktik und Disziplin… nicht nur 60 Stufen.
Auf die Plätze, fertig, los

C´thun versteckt sich tief im Tempel von Ahn´Qiraj und bekommt nur die wenigsten Spieler zu Gesicht... denn er ist zu Klassik-Zeiten der ultimative End-Boss.
Wenn 40 Spieler durcheinanderreden…… ist Trubel vorprogrammiert. Schon zu Klassik-Zeiten versammelte sich der Schlachtzug auch im Teamspeak (ein Programm zur Kommunikation untereinander über Headset) um die Taktiken zu besprechen, auf Anweisungen des Leiters zu reagieren oder einfach um zu plaudern. Wobei Plaudern während des Boss-Kampfes in den meisten Schlachtzügen strikt verboten war – stellen Sie sich einfach 40 Spieler vor, von denen mindestens 15 gleichzeitig versuchen zu sprechen, weitere 5 versuchen die ersten 15 zu übertönen und der Leiter liegt bereits vollkommen fertig und mit Kopfschmerzen am Boden, weil niemand seine Ansage verstehen konnte. Disziplin im Teamspeak ist in einem so großen Schlachtzug unbedingt erforderlich. Und wenn 40 Spieler leise sind…… konnte ein so großer Schlachtzug wahre Heldentaten vollbringen. Nach wochen- oder monatelangem Probieren eines Bosses, unzähligen Versuchen und durchschnittlich 2-5 Schlachtzugs-Tagen pro Woche, endlich der lang ersehnte Tod des Gegners. 40 Spieler halten ihren Atem an, der Leiter zählt die Prozente des mörderischen Ungetüms runter… alles wartet auf das erhoffte Klatschen des Gegners – vorzugsweise auf den Boden. Und dann! Der Boss ist tot, das Warten hat ein Ende, Woche für Woche harte Arbeit wird belohnt. 2-4 lila Gegenstände warten auf den 40-Mann-Schlachtzug und das Jubeln im Teamspeak nimmt kein Ende. So eine Stimmung finden wir heute leider selten. Wenn sich ein Boss ein paar Tage hartnäckig wehrt so wird ein wenig an der Aufstellung geschraubt, eine andere Taktik ausprobiert und dann liegt auch dieser Bösewicht. Loot? Egal, der Boss liegt!Keine zwei Sekunden nachdem der Boss auf dem Boden aufgekommen ist ertönt heute aus dem Teamspeak die Frage »Und, was ist drin??«. Im Jahr 2005 teilten sich 40 Spieler durchschnittlich 3 lila Gegenstände pro Boss. Da gehörte es zur besonderen Ausnahme »mal wieder« einen Gegenstand zu bekommen und die Freude war umso größer. In sehr kleinen Schritten verbesserte sich der gesamte Schlachtzug um immer größere und schwierigere Bosse legen zu können und die meisten waren zufrieden. Natürlich gab es auch in einigen der alten Schlachtzüge Streit und Unmut. Bei durchschnittlich 10 Heilern in einem Schlachtzug und pro Abend 2-4 Gegenständen für diese Kategorie kann es schon einmal Streit geben. Wo heute einige Schlachtzüge fair und ruhig abwechselnd Beute verteilten, so ging es damals nicht immer so friedlich zu. Die Beute war für einige Spieler zu wertvoll und vor allem selten um sie Tag für Tag und Woche für Woche an sich vorbeiziehen zu sehen. Doch dafür gab es eine gute Lösung – Punkte sammeln. |
Zockerjargon
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Punkt für Punkt ans Ziel
Fast jeder Spieler kennt es – das DKP-System! Doch so bekannt dieses System auch ist, so heiß diskutiert ist es ebenso. DKP bedeutet »Dragon Kill Points«: Für jeden getöteten Boss werden Punkte an jeden Teilnehmer des Schlachtzuges verteilt. Wird ein Boss zum ersten Mal getötet, ist ein Abend besonders anstrengend oder erfolgreich oder hat sich ein Spieler durch gewisse Taten herauskristallisiert, so werden DKP-Punkte vergeben. Diese Punkte dienen im Schlachtzug als Währung und können von den Spielern eingesetzt werden, um an den heiß ersehnten Gegenstand zu kommen. Ob durch Festpreise, Mindestpreise und Bieten, ausschließlichem bieten öffentlich oder geheim – das handhabt jeder Schlachtzug anders. Verhalten sich die Teilnehmer jedoch undiszipliniert oder kommen zu spät, so gibt es oftmals Punkteabzug. Zu Klassik-Zeiten nutzten fast alle größeren Schlachtzüge dieses System, fairer war die Plünderung kaum zu organisieren. Das war für Gelegenheitsspieler jedoch das absolute Aus, denn sie hatten bei diesem System stets schlechte Karten. Heute teilen viele Schlachtzüge die Beute einfach fair untereinander auf, wechseln sich ab, führen Wunschlisten oder Klassenleiter teilen die Rüstungen und Waffen auf die einzelnen Spieler auf. In der Hinsicht ist die Spieler-Gemeinschaft im Laufe der Jahre deutlich offener und lockerer geworden.
Mit Feuer spielt man nicht… oder doch?Die ersten beiden Schlachtzüge in World of Warcraft waren der geschmolzene Kern und Onyxia. Im geschmolzenen Kern hinterlassen die Gegner das erste »Tier-Set«, welches aus 8 Teilen besteht. Ein Paladin erstrahlte zu dieser Zeit noch in golden glänzender Rüstung und Druiden waren ihrem Volk entsprechend als Bäume getarnt – ein echter Hingucker. Im geschmolzenen Kern gab es den ersten legendären Gegenstand – das Schwert Donnerzorn, gesegnete Klinge des Windsuchers. Dieses ging zuerst an den »Haupt-Tank« des Schlachtzuges, denn monatelange Arbeit und vor allem viel Plünder-Glück bei den Bossen ist damit verbunden. Mit der neuen Rüstung geht es auf zu Onyxias Hort in den Tiefen der Düstermarschen. Die alte Drachen-Dame hinterlässt den Spielern eine begehrte 18-Platz-Tasche, jede Menge Reichtum und die Kopfbedeckung des nächsten Sets »T2«. Den Rest dieses Sets gab es nur im Pechschwingenhort, der nächste Schlachtzug der für viele Spieler schon eine echte Herausforderung war. Im Laufe der Monate öffneten weitere Schlachtzüge ihre Tore: Die 20-Mann-Herausforderungen »Zul´Gurub« und »Ruinen von Ahn´Qiraj« für kleinere Gilden und die beiden großen Schlachtzüge »Tempel von Ahn´Qiraj« und »Naxxramas«. Bis zur ersten Erweiterung »Burning Crusade« haben nur sehr wenige Gilden Naxxramas von innen gesehen, denn diese Bosse waren nur etwas für wirkliche Profis. »Pimp my Boss«Tag für Tag sitzen Ragnaros, Magmadar und Baron Geddon im geschmolzenen Kern zusammen und langweilen sich. Niemand stattet den alten Herren einen Besuch ab um an ihre epische Beute zu gelangen – alle Spieler sind auf der Jagd nach lila Stufe-80-Gegenständen. Die alte Dame Onyxia war besonders einsam und wurde von ihrer Langeweile bereits erlöst. Am 23.09.2009 fassten sich die Entwickler ein Herz und putzen den Drachen ordentlich heraus, um ihn Charakteren der Stufe 80 vor die Nase zu setzen. Ein neuer Schlachtzug war geboren. Am 27.08.2004 in der World of Warcraft-Beta werden die Todesminen von Blizzard noch »berüchtigte Todesminen« genannt, gruselig oder? Heute schmunzeln wir darüber, doch damals war dies durchaus eine ernstgemeinte Beschreibung des ersten Dungeon der Allianz in Westfall. Spieler die erst später mit dem Spiel begonnen haben, kennen mitunter diese »berüchtigten Todesminen« gar nicht mehr. Blizzard schafft Abhilfe: Mit der neuen Erweiterung Cataclysm, die am 7. Dezember erscheinen wird, werden die Todesminen (Allianz) und die Burg Schattenfang (Horde) eine heroische Stufe-85-Version erhalten. Daumen hoch für diese Neuauflagen der Klassik-Zeiten! |
Anekdoten früherer Zeiten |
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9 Kommentare
Kommentar von Silberohr am 8. November 2010 um 15:46
Sehr nett hast du das geschrieben Nostalgie pur…..und was war ich oft in den Instanzen….gut 5 Jahre her…
Kommentar von neugierig am 8. November 2010 um 16:33
Das waren noch Erfolgserlebnisse … ahh
Schade das junge WOW Spieler so etwas wohl nie erleben werden.
Kommentar von Rabenstein am 8. November 2010 um 18:27
Hach, das waren noch Zeiten…
Als Paladin muß ich da aber ein paar kleine Details korrigieren: Segen der Könige ist jetzt wie Mal der Wildnis (umgekehrt ist das nicht der Fall
), Segen der Weisheit ist jetzt im Segen der Macht enthalten (was manche Caster immer noch übberrascht) und mit SdR war meistens ein anderer Buff gemeint: Segen der Rettung. Hat damals die Bedrohung des Gesegneten reduziert und war deshalb sehr beliebt bei Magiern und Hexern.
Kommentar von Maria Melhorn am 8. November 2010 um 21:12
@ Rabenstein – vielen Dank für deine Hinweise. Ist es so korrekt?
Kommentar von Jürgen F. am 8. November 2010 um 21:30
mal so neben bei…….die q reihe geht weiter,sprich vorquestreihe für cata und sie fliegt schon und verbrennt die lande
Kommentar von sheena am 9. November 2010 um 08:19
übrigens wird auf den server von lorderon.. die uralten inis aufgelebt. Wir sind drauf und ran alles noch zu madhen was geht.. Classic raids forewer. OK 10 80 er und 3 50 er mitnehmen.. die 50 er kriegen loots zum umwerfen. Es macht einfach spass es jetzt noch vor dem ultimativen patchday.. es zu erleben…
Apropos Classicer wie war den damals leeeeroy’??? Ich hab den noch mit 40 mAn 10 whipes und healer massensterben im kopf
Kommentar von Rabenstein am 9. November 2010 um 13:56
@ Maria
Sehr brav! Gibt ein Blümchen in’s Aufgabenheft.
Kommentar von Glyn am 10. November 2010 um 12:26
“Tag für Tag sitzen Ragnaros, Magmadar und Baron Geddon im geschmolzenen Kern zusammen und langweilen sich.”
Apropo Langeweile, da gibts ja ganz witzige Chatprotokolle von Ragi & Co:
http://www.razyboard.com/system/morethread-mc-mal-lustig-skar5-1182554-3219570-0.html
is schon ziemlich alt, aber sehr lustig.
Kennt noch jemand das Addon CTRaid von damals, das einem bei Geddon immer zuwhisperte “Du bist die Bombe!!!”
Hab mir mal n Späßchen erlaubt und ein paar Freunden genau das geschickt als der Bombendebuff kam… diejenigen laufen zum Spot, wo auch der mit der Bombe hinlaufen soll…KABOOM
Ende vom Lied war, dass wir 3 Raid IDs später von unserem Raidlead ne ordentliche Standpauke bekommen haben, weil um die 20 Leute nur noch jeden zugewhispert haben und keiner mehr geglaubt hat, wenn er doch mal selbst die Bombe war. Und nach 5 wipes fand er das irgendwie nich mehr lust
PS: schon mal wer “Frostige Pfade” nach den Zwillingsvalkyren in PDK25er gezündet beim runterfallen..^^
Kommentar von ALex am 17. Dezember 2011 um 04:16
Sheena ich weiß net was du im kopf hast.
Aber erfolge gibt es erst seit 15.10.08 ^^
wie willst du leeeroy damals mit 40 mann gestorben sein?