World of Warcraft wird immer einfacher, Handcore-Spieler sind nicht mehr die Zielgruppe und Mists of Pandaria der Kniefall vor den “Casuals” – so oder so ähnlich wird in Blogs und Foren die Entwicklung (je nach Standpunkt auch der Niedergang) des weltweit erfolgreichsten MMOs kommentiert. Was ist dran an den Vorwürfen? Die Kollegen von Gamespy haben sich mit Lead Quest Designer Dave Kosak, Lead Systems Designer Greg Street, and Production Director J. Allen Brack zusammengesetzt, und ein sehr interessantes Interview geführt, in dessen Verlauf Blizzard einige Vorwürfe von WoW-Veteranen kommentierte. Unter anderem ging Allen Brack auf die wiederkehrende Theorie ein, Blizzard habe bei der Entwicklung neuer Inhalte nur die Abonnenten-Zahlen im Kopf:


Zitat von Blizzard
Zitat von: Blizzard (Quelle)
Wir designen und entwickeln nicht wirklich mit solchen Gedanken im Hinterkopf…Es ist einfach unmöglich, sich auf derlei Details zu konzentrieren und sich z.B. als Questdesigner zu fragen, wie man durch den Aufbau einer Quest 200.000 mehr Abonnenten bekommt. So kann man nicht arbeiten. So kann man nicht denken. Man muss sich einfach darauf konzentrieren, das beste und spaßigste Spiel zu machen.

Dennoch geht die Kritik auch an den erfolgsverwöhnten Amerikanern nicht spurlos vorbei und Greg Street gab zu:


Zitat von Blizzard
Zitat von: Blizzard (Quelle)
Ich sorge mich um die Wahrnehmung. Ich glaube nach der BlizzCon sahen wir uns mit der falschen Interpretation konfrontiert, dass wir irgendwie unsere Hardcore-Spieler vernachlässigen. Das ist jedoch ganz und gar nicht der Fall. Es gibt immernoch jede Menge Gewalt und Trauer und Tod in der World of Warcraft. Wir versuchen nicht, das Spiel runterzubrechen und haben es auch nicht auf eine jüngere Zielgruppe abgesehen. Wir versuchen lediglich, den Spielern noch mehr Wege anzubieten, unser Game zu zocken.

Ob diese Klarstellung hilft, das bereits verlorene Vertrauen wiederaufzubauen, bleibt indes fraglich, denn wie man in einem beispielhaften Artikel von spiegel.de nachlesen kann, ist die Geduld einiger WoW-Veteranen am Ende. “Als besiegte man einen Sechsjährigen im Armdrücken” kommentiert Dennis Krick die Entwicklung des Schwierigkeitsgrades. Beunruhigend für Blizzard:Über 3.600 Facebook-Likes beweisen, dass er mit seinen Gedanken nicht alleine dasteht.