Heute gibt es für Euch eine Modenschau ganz anderer Art. Erfahrt von uns, was sich im Laufe der Jahre in den Kleiderschränken der Charaktere getan hat.

von Maria Melhorn

Die Kleidung der World of Warcraft-Charaktere war nicht immer so düster und einheitlich wie heute. Früher gab es bildhübsche, bunte Kleider, die das Herz einer jeden Frau höher schlagen ließen. Es gab wirklich monströse Waffen, mit denen die coolen Klassik-Tanks umherwedelten. Die Tier-Sets konnten es mit Leichtigkeit mit den skurrilsten Modenschauen in New York aufnehmen. Sogar die Quest-Belohnungen waren quietschbunt und farbenfroh – ganz im Gegensatz zu den heutigen Gothik-Trachten aus Nordend. Wir zeigen Euch heute nicht nur die Kleidung, sondern auch dessen Attribute. Denn die haben sich in den letzten Jahren ganz gewaltig geändert. Der erste Bonus des Tier-Sets der Druiden war 12 Zaubermacht (früher noch in Heilung und Schaden unterteilt) und 4 Manaregenerationspunkte, 10 Feuerwiderstand und Intelligenz, Willenskraft und Ausdauer jeweils unter 25 Punkten. Heute ist so eine Rüstung kaum noch vorstellbar… doch schaut einfach selbst.

Das Erklimmen der Stufen in World of Warcraft

Während der ersten 60 Stufen wechselten die Spieler ihre Kleidung in World of Warcraft so häufig wie andere daheim ihre Socken – soll heißen: verdammt oft. Denn wer täglich einige Level zurücklegte, stellte sehr schnell fest, dass die Rüstungen und Waffen immer schneller veralteten und nur besonders tolle Errungenschaften (beispielsweise aus Dungeons) ein paar Stufen länger getragen werden konnten. Schon während des Aufstiegs gab es das ein oder andere schmucke Kleidungsstück, welches sich äußerlich stark von den anderen abhob. Wenn wir uns unsere heutigen Gegenstände anschauen, die wir in der Scherbenwelt (Stufe 60-70) oder in Nordend (Stufe 70-80) erhalten, können wir nur staunen. Der Stil der einzelnen Gegenstände ähnelt sich aktuell immer mehr und nur selten sticht eine Rüstung oder eine Waffe ganz besonders heraus.

Des Kaisers neue Kleider
Kleider, die das schöne Geschlecht zum Schmelzen bringen: Farbenfroh, strahlend, schick geschnürt oder einfach auffallend freizügig – das sind die schönsten Damenbekleidungen zu Klassikzeiten:

Was für ein Gerät
Bei diesen Spielzeugen schlagen Männerherzen höher: Leuchtende Schwerter, monströse Streitkolben und Äxte – ganz egal was es ist, Hauptsache es macht Krawumm und ist groß. Das hat sich zwar bis heute nicht geändert, doch äußerlich waren die Klassik-Waffen durchaus etwas ganz Besonderes:

Weitere Designer-Stücke
Im Klassik-World of Warcraft gab es natürlich nicht nur schicke Kleider und Waffen abzustauben, auch ganz normale Rüstungen, unter anderem sogar Plattenrüstungen waren einen zweiten Blick wert. Unser kleiner Cookie (heute Krümel in den Todesminen) hinterließ den Spielern sogar ein stylisches Nudelholz – ja, das ist tatsächlich eine Waffe!

Die ersten Dungeon-Sets

Das allererste Rüstungsset für hochstufige Klassik-Charaktere war das Dungeon-1-Set (umgangssprachlich auch Tier-0-Set genannt). Die acht Einzelteile gab es in der Schwarzfelsspitze, Stratholme und in Scholomance. Die Bosse der Dungeons wurden von den Spielern bis zum bitteren Ende (der Klassik-Ära) besucht und ausgeplündert, in der Hoffnung, das damals wertvolle Set zu vervollständigen. Heute können wir die Set-Boni und Werte auf den Rüstungen nur müde belächeln – damals war der Priester-Bonus für vier Set-Teile jedoch schon wirklich episch: 23 Zaubermacht (früher in Heilung und Schaden unterteilt)! Das Dungeon-1-Set konntet Ihr im Verlaufe einer teuren und aufwendigen Quest-Reihe gegen das sogenannte Tier-0,5-Set eintauschen. Die alten Set-Teile wurden dabei abgegeben und mit aufpolierten schicken Rüstungen (unter anderem auch vier epischen Gegenständen) getauscht. Vom Stil blieb das jeweilige Set bestehen, die Farben veränderten sich aber und alles sah ein wenig teurer aus.

Das erste Tier-Set

Lange ist es her, seit das erste Tier-Set die World of Warcraft-Spieler begeisterte. Fähige Schlachtzugsgruppen (mit 40 Spielern) stürmten damals (nach einer Vor-Quest quer durch die Schwarzfelstiefen) den geschmolzenen Kern, um an das begehrte erste Schlachtugs-Set zu gelangen. Wer das hatte, der war auch was – und jemand – und das sah man auch ganz deutlich. Da konnte ein Spieler auf den ersten Blick als Druide oder Krieger identifiziert werden. Heute haben wir Glück, wenn wir mit Mühe und Not Stoff und Platte auseinander halten können, es ist leider alles etwas dunkel und unscheinbar geworden. Einige wenige Teile des Tier-1-Sets gab es übrigens sogar für Gold zu kaufen, denn sie fielen im Kern nebenbei ab und sind im Auktionshaus für tausende Gold über den Ladentisch gegangen. Und nicht zu vergessen: Tausend Gold waren damals ein ganzer Jahreslohn.

Das zweite Tier-Set

Das zweite Tier-Set habt Ihr damals aus dem Pechschwingenhort erhalten, wenn Euer Schlachtzug sich im geschmolzenen Kern, Zul´Gurub und/oder in den Ruinen von Ahn´Qiraj gerüstet und gestärkt hatte. Die ersten Bosse des Schlachtzuges waren für die meisten Gruppen noch keine große Herausforderung, doch zum Ende hin erlebten die Spieler mit Nefarian und Chromaggus echte Boss-Schikanen. Da saß ein Schlachtzug mitunter einige Wochen (3-4 Schlachtzugsabende pro Woche) an einem Boss, ehe dieser endlich Ruhe gab und die Tier-Sets rausrückte. Den Kopf des Sets erhielten Sie damals von Onyxia, die alten Drachendame hat sich jedoch vor einer Weile einem kompletten Redesign unterzogen – den alten Helm hat sich nun Onyxias Bruder Nefarian unter den Nagel gerissen. Beim zweiten Tier-Set besitzt schon fast jede Klasse einen sehr einzigartigen und kultigen Stil – unglaublich, was sich Blizzard zu der Zeit für die Tier-Sets alles ausdachte.

Das dritte Tier-Set

Das dritte und letzte Tier-Set der Klassikzeit ist für die Spieler heute leider unerreichbar geworden – das Set ist mit der Neugestaltung von Naxxramas komplett aus dem Spiel verschwunden. Dem trauern glücklicherweise nicht so viele Spieler hinterher, denn das Tier-3-Set besaßen nur sehr sehr wenige Charaktere auf einem Realm. In das Klassik-Naxxramas verirrten sich nur vereinzelte Gruppen. Das lag zum Einen an der teuren und aufwendigen Vorquest und zum Anderen an der Tatsache, dass nur die Besten der Besten überhaupt einen Fuß in diesen Schlachtzug gesetzt haben. Wer stirbt schon freiwillig? Zwar ist das Tier-3-Set nicht so ein Wahnsinns-Highlight, wie das zweite Tier-Set, doch ein Blickfang ist es trotzdem, denn welcher Charakter besitzt dieses Set schon? Fragen Sie mal Ihre Freunde.

Und danach?

Zehn umwerfende Tier-Sets gibt es in World of Warcraft: Die ersten drei haben wir Ihnen heute vorgestellt – sie repräsentieren die Klassik-Zeit und zeigen Ihnen, mit welchen modischen und einheitlichen Fummeln wir damals herumgelaufen sind. In den kommenden Addons von World of Warcraft werden weitere Tier-Sets an uns vorbeiziehen und wir werden alle mit Neid oder Stolz bewundern und tragen. Doch eines ist gewiss: Ein Baumkostüm, Elchgewand oder Heiligenschein in dieser Form werden wir nicht mehr erleben, diese Zeiten sind vorbei.

Die grafische Entwicklung:
Nicht nur der Stil der Kleidung entwickelte sich im Laufe der Jahre stark nach vorne, sondern auch die allgemeine Pixeldarstellung. Der Himmel war damals tagsüber blau, mitunter rötlich, nachts nur ein einfacher dunkler Sternenhimmel. Natürlich gab es auch Wolken, diese sahen jedoch nur wie undefinierbare Pixelklumpen aus. Planeten und detaillierte Wolken wurden mit Burning Crusade eingeführt. Seit der Erweiterung Wrath of the Lich King gibt es das faszinierende dynamische Schattensystem, loderndes realistisches Feuer (früher nur ein rot-oranger Batzen) und eindrucksvolle Nebelschwaden (früher vergleichbar mit dem Zustand absoluter Trunkenheit). Vor einiger Zeit wurden die Katzen- und Bärenformen der Druiden neugestaltet. Mit der kommenden Erweiterung Cataclysm wird es weitere grafische Highlights geben – beispielsweise wird das Wasser überarbeitet. Die Umgebung und Charaktere können sich im Wasser spiegeln, allgemein gesagt wird es dynamisch und überaus realistisch. Nicht nur die Welt und die Kleidung der WoW-Charaktere verändern sich: Auch manch ein Charakter erhält ein kostenloses Lifting. Früher standen weichgezeichnete Gesichter und warme sanfte Farben hoch im Kurs. Mit Cataclysm wird alles präziser, genauer und detaillierter – der Unterschied ist gewaltig. Und doch gilt: Sie können fast alle grafischen Updates im Interface-Menü deaktivieren, damit Ihr Rechner nicht ins Stottern gerät bei diesen grafischen Höchstleistungen.