Sharlet erzählt euch heute alles über den Start der dritten World of Warcraft-Erweiterung. Und das sogar ohne, dass ihr mich überhaupt gefragt habt! Ist das nicht ein Service? Screenshots aus dem Spiel und Videos vom Mitternachtsverkauf in Berlin; Eindrücke von den ersten Stunden nach dem Cataclysm-Start; Und vor allem: Ganz viele Eindrücke vom schicken Login-Bildschirm, den sich Millionen Spieler zwischen 00:01 Uhr und ca. 00:40 Uhr angesehen haben.

Tja, Cataclysm ist erschienen und schon nach 6 Stunden und 13 Minuten gab es den ersten Level 85-Charakter (Kollege Mastnak berichtet)! Auf meinem Realm hat das ungefähr 12 Stunden gedauert. Auch nicht zu verachten. Jetzt sind sogar die “Höhö, ihr arbeitslosen Harzt 4-Suchtis”-Witze irgendwie out. Denn um den Charakter auf Level 85 zu bringen, müsste man sich lediglich einen Tag Urlaub nehmen und kann dann sogar noch ganz in Ruhe ein paar Berufe steigern und sich die Landschaft angucken. Blizzard, euer Plan, dass es dieses Mal länger dauern soll oder anspruchsvoller sein soll… ist irgendwie schief gegangen. Stört uns aber nicht. Das eigentliche coole Spiel beginnt so oder so erst auf Level 85, wenn es an die knackigen heroischen Dungeons und die neuen Schlachtzüge geht. Und bis dahin genießt ihr die Zeit in Hyjal, Vashj´ir, Tiefenheim und Co. und lasst euch vom Level-Druck nicht stressen. Der Weg ist das Ziel… oder so ähnlich.

Heute erzähle ich euch alles zum Cataclysm-Start und beantworte keine Fragen, die ihr mir gestellt habt. Doch ab nächster Woche geht es hier fröhlich weiter und ich informiere euch stets über alles, was ihr wissen möchtet. Eure Fragen könnt ihr hier ganz einfach direkt in den Kommentaren meiner Kolumne, im SpeedyDragon-Forum oder auf Facebook stellen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Gegen 22:00 Uhr war Sharlet fertig vorbereitet und lief nur noch planlos und zappelnd durch Sturmwind. Ich fluchte darüber, dass ich IMMER NOCH NICHT einfach über Sturmwind fliegen kann, wenn ich von A nach B möchte. Das hat genervt! Ich war aber sowieso etwas gefrustet. Ich wollte, dass es endlich los geht. Und nicht nur ich. 12 Millionen Spieler warteten in der Nacht vom 06.12. auf den 07.12. auf den Start der dritten World of Warcraft-Erweiterung Cataclysm. Übrigens war an diesem Abend auch die offizielle World of Warcraft-Seite nicht erreichbar – nur für die Accountverwaltung (Kollege Mastnak berichtet). Der Handelschannel explodierte quasi und niemand hatte mehr Interesse daran, irgendwas zu verkaufen. Ungefähr alle drei Minuten erschien die Chat-Nachricht “Ist schon Cata??” im Handels- oder Gildenchannel und die Antwort “Nein, Mann! Erst um 00:01″. Aber das konnten die Spieler, die gerade neu eingeloggt hatten ja nicht lesen… also wurde wieder gefragt. Hach, das war amüsant. Ich erledigte zwischendurch noch die neuen Angel- und Kochquests, ohne Abgeben.

Gegen 23 Uhr beschloss ich, auch noch meinen Bankcharakter “Mehlhörnchen” auszumisten und irgendwie zu sortieren. Um 23:30 tätigte ich dann einen Frustkauf und gab etwas über 4000 Gold für das Meisterhafte Reiten aus. Den Erfolg Durchbrechen der Schallgrenze gab es dann noch oben drauf. Glücklicher war ich dann aber irgendwie überhaupt nicht. Nur pleite. Tick Tack, Tick Tack…

Ahhhh, ist schon Cata??!

“Ja, Mann! Jetzt! Cata ist da!”… Ne, warte mal. 00:02 Uhr und der Bergbau-Lehrer hat keine neuen Sachen für mich. Doof. Wahrscheinlich muss ich mich neu einloggen. Gesagt, getan. Gnaaa! Immer noch nichts. Dann kam aber doch noch eine Meldung von Blizzard und die Aufforderung, dass das Spiel vollständig neu gestartet werden muss.

Ich habe also nichtsahnend das Spiel geschlossen und mit schweißnassen Händen neu eingeloggt. Ich bin seit Monaten in der Beta unterwegs gewesen, war aber trotzdem wahnsinnig nervös! Frag mich einer warum. Keine Ahnung. ;) Bäm. Nix einloggen.

Warten…

Und warten…

Und warten…

Nach dem Eintragen von 87 einzigartigen Authenticator-Nummern stellte ich gegen 00:27 Uhr fest: Es gibt einen Blizzard-Gott und ich darf einloggen. Und anscheinend hatten das noch nicht besonders viele Spieler geschafft. Denn in Sturmwind war es jetzt totenstill und kaum ein Spieler war online. Und wenn doch, dann hat er sich gar nicht ausgeloggt, sondern ohne Cataclysm weitergespielt.

Auf ins Abenteuer

Es ist also vollbracht. Ich habe ganz schnell die neue Bergbau-Fähigkeit und das Fliegen in Azeroth erlernt und mich mit dem Heldenaufruf vom Schild ausgestattet. Mit der Quest auf in die Burg Sturmwind und ab ins Druidengebiet. Von dort aus ging es dann weiter nach Hyjal. Das Gebiet hatte ich in der Beta noch überhaupt gar nicht selber gesehen. Nur auf Bildern. Und ich fand’s … hmm… wunderschön. So grün! So farbenfroh! So einladend! Doch, gefällt mir. Und als ich mit dem Questen angefangen habe, war der Server auch noch richtig angenehm leer. Die meisten Spieler mussten sicherlich am Dienstag arbeiten oder hatten sich die Catacylsm-Version bestellt und noch nicht per Post bekommen. Mein erster Ingame-Eindruck vom Cataclysm-Start war definitiv positiv. Es waren zwar viele Spieler unterwegs, aber es ruckelte nicht und die Gegner erschienen auch im Sekundentakt neu. Ich hatte über zwei Stunden lang keine Probleme irgendwelche Quests abzuschließen.

Und dann war es auch schon fünf Uhr und meine Müdigkeit überrollte mich. Level 81 war geschafft und es war wirklich ein toller Spaß. Anders als in Wrath of the Lich King hatte ich das Gefühl, dass es dieses Mal sehr viel ruhiger war und weniger Fragen bei den Spielern offen waren. Es schien, als hätte Blizzard Cataclysm etwas sorgfältiger durchdacht oder die Spieler sind informierter, als bei der Erweiterung zuvor. Das ganze Speedydragon-Team war in dieser Nacht unterwegs. Wobei Kollege Gollert deutlich früher die Segel gestrichen hat, als Kollege Mastnak und ich. Wir sind eben die wahren kataklysmischen Helden! ;)

Bilder-Galerie der Cataclysm-Nacht

Torsten Mastnak, Knut Gollert und Maria Melhorn auf Erkundungstour in der Nacht vom 06.12. zum 07.12.2010.

Auch im Real Life war einiges los

Natürlich spielte sich dieser Start von Cataclysm nicht nur im Spiel selber ab, sondern auch in der wirklichen Welt. Die Pizza-Lieferanten haben an diesem Abend vermutlich zehn Mal so viel Umsatz gemacht an den 12 Millionen Gamern dieser Welt. Viele Spieler sind zum Start der Erweiterung zu einem Mitternachtsverkauf gegangen. Da gab es in fast jeder größeren Stadt einige Läden, die nachts um Zwölf die Türen öffneten, um den Fans Cataclysm zu verkaufen. Wer es besonders spektakulär haben wollte, der hat sich nach Berlin begeben und dort das einzigartige Mitternachtsverkaufs-Event mit Blizzard, tausenden Gamern und Journalisten aus ganz Deutschland genossen. Unser Kollege Hendrik Weins vom Server Down Show-Team ist für IDG Entertainment vor Ort gewesen. Schaut euch die aktuelle Server Down Show an, um alles über den Mitternachtsverkauf in Berlin zu erfahren. Und wenn ihr damit fertig seid: Cataclysm einloggen. Weitermachen.

Maria Melhorn arbeitet schon seit ein paar Jahren als freie Journalistin für diverse Spielemagazine, darunter auch das GameStar MMO Magazin. World of Warcraft spielt sie schon seit September 2005 und seit 2006 ihre Priesterin Sharlet auf der Todeswache. Irgendwann fiel ihr auf, dass es (damals) so gut wie keine deutschen Level-Guides gab. Also schrieb sie selber welche und veröffentlichte sie anschließend auf ihrer Internetseite. Nun schreibt sie auch für Speedydragon.de und beantwortet jeden Freitag Eure Fragen zu World of Warcraft. Egal ob allgemeine Themen, Guides zu Weltereignissen oder Questhilfen – Sharlet hat die Antworten. Ach ja: Macht euch keine Hoffnungen, Jungs. Sie ist vergeben!